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   25.10.12 03:15
    The second thing is, mon

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Wenn es regnet, dann stellen wir uns unter

So einfach denken wir.


Ich denke zu viel. Definitiv.  Manchmal überschlagen sich meine Gedanken, dass ich ganz aufgekratzt bin, als hätte ich zu viel Kaffee getrunken.Wenn ich keinen Halt finde, wenn ich nicht das richtige Bewusstsein dafür habe oder mich nicht entscheiden kann, wird mir fast schon schlecht... I can't think straight.
Darüber reden fällt mir schwer, da ich nicht so schnell verständlich sprechen kann. Wenn ich denke und gleichzeitig schreibe, kann ich mich leichter sortieren.
Schritt für Schritt Entfernungen zurücklegen auf dem Weg der Gedanken. Das Ziel ... ?


Aber jetzt mal NICHT NACHDENKEN (haha, Descartes, was tust du jetzt? ).  Sondern handeln nach einer Kraft, die, von wo auch immer herkommend, mehr von uns ausmacht, als wir von uns selbst erwarten.
Der Sinn ist doch, sich einfach fallen zu lassen. So wie man ist, und nicht wie man sich zwingt zu sein.


Aber dabei NICHT SUCHEN, woher es kommt. Take it, or leave it. Wenn es kommt, dann einfach so. "Es" ist hier eine Variabel für eine unendliche Lösungsmenge. Denken, Handeln, der Sinn von all dem, die Entscheidungen, die wir treffen ...
Man findet "es", indem man die Augen offenhält - nicht sucht! - sondern sieht. Das Leben. Wie es ist. Nicht wie es sein soll.
Das Leben nicht affektiert oder empirisch wahrnehmend, sondern zwischen den Zeilen lesend. Die Sache mit dem Sinn - Zweifel hin oder her.
Es ist beinahe wie in der Romantik mit der sehnsüchtigen Suche nach dem Zauberwort. Das Benennen des einen existenziellen Bestandteils, der alles ausmacht.


Ein neuer Gedankengang dazu:

Kannst du lächeln, wenn du nicht weißt worüber?
Kannst du vorgeben jemand zu sein, der nicht ist?

Wo liegt die wahre Größe unseres Seins? Im Wissen und dem Nichts, das uns umgibt, und das wir auszufüllen versuchen. Jeder für sich und alle zusammen tragen dazu bei.
Wir haben Wünsche oder Vorstellungen. Wie eine Suche nach Glück - mit dem Wissen, dass es immer unvollkommen sein wird, aber diese Tatsache wird mit dem Lächeln eines Schönwetterkapitäns ignoriert. Wir suchen und warten so angestrengt mit untrüglicher Zuversicht nach Antworten. Doch davon allein hat sich die Wand, die uns aufhält, noch nie bewegt.


Welchen Sinn hat das Denken in Bezug auf unsere Wirklichkeit,wenn man mal ganz davon abgesieht, ob es regnet?


Schreiben bedeutet mir eine Menge. Ich kann aber nicht mal beschreiben warum.
Na, das heißt, eigentlich schon. Wenn man sich mal auf das Wesentliche beschränkt, was das Schreiben ausmacht.
Zuerst haben wir da die Botschaft - die Geschichte, die erzählt wird. Als man ab der dritten Klasse angefangen hat, Aufsätze zu schreiben, war ich immer mit Übereifer dabei. Man erschafft Welten, in denen alles möglich ist. Man kann die unterschiedlichsten Perspektiven aufdecken (was ich in der 3. Klasse natürlich nicht gemacht habe, da mir das noch nicht bewusst war; mit dem, ich sag mal richtigen Schreiben habe ich mit ca 11/12 Jahren angefangen, aber das Bewusstsein für verschieden Perspektiven hat da auch noch nicht gegeben). Bevor ich das Schreiben für mich entdeckte, war da natürlich zuerst das Lesen. In der 1. und 2. Klasse war ich noch total angenervt vom Lesen lernen. Bis wir das erste Mal in die Bücherei gingen und diesen Fu-und-Fara-Kram hinter uns ließen. Ich weiß noch, dass ich das erste Buch gleich mehrmals hintereinander gelesen hab und die Ausleihfrist mindestens einmal verlängert habe.
Fiktive Geschichten schreiben bedeutet nach eigenem Gedankengut eine Wirklichkeit darzustellen. Und ich kann machen, dass ich nicht nass werde, obwohl es regnet. Ich kann es schreiben.
Früher fiel es mir einfacher, Geschichten zu erfinden. Vermutlich einer der Vorteile, wenn man Kind ist. Hmm, das deprimiert. Aber es klingt logisch: man wird erwachsen, muss so viel mehr bedenken, hat Sorgen,... Geschichten können nicht einfach mehr sein. Regen durchweicht das Papier und wischt die Tinte fort. Wir stellen uns unter, damit das nicht passiert. Wir haben das Gefühl, uns rechtfertigen zu müssen. Warum?
Ich persönlich kann nicht mehr einfach so Geschichten verfassen, weil sie plötzlich einen Sinn haben sollen. Ich bin blockiert, weil ich nicht weiß, worin er besteht. Klar - Sie sagen, ich reflektiere viel. Was auch immer das heißt. Die grundlegenden Fragen der Philosophie beschäftigen sich mit den grundlegenden Fragen der Menschen. Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum?
Neben der Realität (beim Schreiben ist es die Geschichte) gibt es immer noch die Wahrnehmung, die Einfluss auf sie nimmt. Also die Sprache bzw der Stil, wie die Geschichte dargestellt wird. Ich bilde mir ein, ein Gespür dafür zu haben ... ehm jedenfalls bewundere ich sehr, wenn ein Schriftsteller die Worte zum Erklingen bringt. Wortspiele, Metaphern und Stimmungen schriftlich zu transportieren. Ich bin fasziniert davon, dass Worte sowas können, obwohl es ja das Selbstverständlichste der Welt ist. Denn so läuft Kommunikation.


Mark Twain meinte einst: "Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Wörter weglassen." Mit diesem Satz sehe ich es ähnlich wie "Ich denke, also bin ich" von Descartes. Irgendwie regt der mich auf. Ich könnt jetzt auch einfach so ein Postulat raushauen wie: " Wir fangen an zu leben, indem wir uns bewusst für das Leben entscheiden." Anfangen lässt sich damit nichts. Ich muss mir erst denken, was dahinter steckt. ... das scheint wohl der Sinn hinter der Philosophie zu sein...


Jedenfalls habe ich damals sogar schon in meinem Tagebuch wie folgt auf Twains Statement geantwortet:

Die falschen Worte weglassen ... wenn das mal wirklich so einfach wäre, lieber Twain.
Das ist genau so einfach, wie immer das Richtige zu tun, lieber Mensch.
So menschlich, du Schriftsteller.
Halte es mit Worten, wie du es für richtig hältst.
Die meinigen sind,[...] wenn alles gesagt, aber nichts verrichtet ist oder zu verrichten bleibt, die falschen Worte.


Von der Art der Fomulierung mal absehend, würde ich es heute auch noch so sehen. Und hinzufügen:
Worte wie heiße Luft.
Worte wie Luft zum Atmen.


Alles im allem lässt sich sagen: Über das Leben zu schreiben fühlt sich auf einem Blatt Papier so einfach an. Worte, schwarz auf weiß, wirken in erster Hinsicht so endgültig wie die Wirklichkeit. Die wahre Größe unseres Seins liegt in unseren Köpfen, könnte man denken. Denn die Realtität wird durch unsere Wahrnehmung mit all jenen Zweifeln geformt. Falsche Worte werden ausgemerzt.
Aber die Seele ist ein kopfloses Ding, behaupte ich. Voller Träume und Geschichten, die man unmöglich in voller Gänze zu Worte fassen kann, die in keinem Buch dieser Welt wiederzufinden sind.
Der Kopf blockiert sie, denn er denkt - an die natürliche Angst vor den unausweichlichen Folgen.

Wenn es regnet, stellen wir uns unter.



Bis die Tage,

Murmux

25.10.12 00:33
 
Letzte Einträge: Bujaah!!, When everything feels like the movies


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